Der Überlinger Stollen im Internet

Lager-Tarockspiel

Vom Leben der Häftlinge im Lager und von den Arbeiten im Stollen gibt es keine Bilder.

Die Bilder entstehen durch die Schilderungen der Überlebenden. Eine Vorstellung von der grausamen Lagerwirklichkeit vermittelt das von Boris Kube gezeichnete Lager-Tarockspiel. Er erzählt mit den 22 Tarockkarten die Geschichte des Lagerlebens.

Sieben Karten davon zeigen die Arbeiten im Überlinger Stollen.

Die Kipploren mussten zum Seeufer geschoben und das aufgeladene Material ausgekippt werden. Wenn eine Lore entgleiste, was häufig geschah, musste sie auf Kommando gemeinsam wieder auf die Schienen gehoben werden.
Immer wieder gab es Felsabbrüche im Stollen, bei denen viele Häftlinge den Tod fanden.
Wenn einer die Lagerdisziplin nicht einhielt, wurde er grausam bestraft. Die Kameraden mussten bei der Prügelei zusehen.
Der Einsatz des mit Druckluft betriebenen Presslufthammers erfordert viel Kraft.
Manchmal wurde für spezielle Aufgaben noch eine Zusatzarbeit nach der Zwölfstundenschicht von den völlig erschöpften Häftlingen verlangt. Zum Beispiel mussten Gleise verlagert oder Kohlen am Bahnhof abgeladen werden. Diese Zusatzarbeit wurde mit zusätzlichen Prügeln erzwungen.
Sonntags war "Lausappell". Bis zum Frühjahr 1945 konnte die Läuseplage noch bewältigt werden. Ab Ende März/Anfang April 1945 wurden die Häftlinge von den Läusen fast überwältigt. Auf der Darstellung sind die in die Frisur hineingeschorenen "Lagerstraßen" deutlich erkennbar. Sie waren ein Kennzeichen für besonders streng behandelte Häftlinge.
Während des Marsches vom Lager zum Stollen am Westbahnhof (heute Bahnhof Therme) gab es Fußtritte durch SS-Männer und Hundebisse. Wenn man beiseite blickte, wurde man mitdem Gewehrkolben in den Rücken gestoßen. Die Aluminiumschüssel für das Essen trug man auf dem Rücken.