Der Überlinger Stollen im Internet

Degenhardter Wäldchen

Von den ursprünglich 800 Häftlingen überlebten ungefähr 200 die Strapazen der Arbeit nicht. Es ist heute nicht mehr möglich, die genaue Zahl der Toten sowie die Todesumstände zu ermitteln. Die häufigsten Todesursachen waren laut den Totenscheinen der Ärzte: Allgemeine Schwäche, Darmentzündungen, Herzschwäche und Tuberkulose.
Die meisten waren Italiener. Sie waren die schwächsten Häftlinge und wurden am schlechtesten behandelt. Der Grund dafür war der Hass der Nazis auf die ehemaligen Bündnispartner aus Italien, die Mussolini gestürzt und versucht hatten, die Fronten zu wechseln.
Anfangs wurden viele Leichen nach Konstanz ins dortige Krematorium überführt. Von 70 überführten Toten sind die Namen bekannt, weil das Standesamt zunächst noch Buch darüber führte.
Später wurden aus Kohlenmangel die Einäscherungen eingestellt. Die Toten wurden im Degenhardter Wäldchen, einem kleinen Forst nördlich von Überlingen, verscharrt. Särge gab es nicht, ein Sack genügte.
Als 1946 die Leichen auf Befehl der französischen Militärregierung exhumiert wurden, war eine Identifizierung nicht mehr möglich. Sie wurden in einfache Holzsärge gelegt und im Anschluss an eine Gedächtnisfeier am 9.4.1946 auf dem neu angelegten KZ-Friedhof bei Birnau beigesetzt. Dort haben 97 Menschen ihre letzter Ruhe gefunden.

Bergung der Leichen im Degenhardter Wald im April 1946.

Auf Befehl der französischen Militärregierung wurden die Leichen aus dem Massengrab ausgegraben. Diesen grauenhaften letzten Dienst hatten ehemalige Bewacher und in Goldbach internierte Überlinger Nazis ihren Opfern zu leisten. Eine Identifizierung der Opfer war nicht mehr möglich. Die Überreste wurden in einfache Holzsärge gelegt und auf dem Landungsplatz aufgebahrt. Nach einer Nachtwache und einer Gedächtnisfeier wurden die Toten am 9.4.1946 auf den neu angelegten KZ-Friedhof bei Birnau gebracht und beigesetzt.

Dieses Denkmal am Rande des Degenhardter Wäldchens erinnert an die an dieser Stelle verscharrten toten Häftlinge.

Degnhardt Wäldchen

Denkmal Degnhardt Wäldchens

Der Stein stammt aus dem Aushub für die Erweiterung der Fa. Allweier und dürfte in der letzten Eiszeit aus den Alpen hier angeschwemmt worden sein.

Der Dank für die Realisierumg des Denkmals gilt der Familie Allweier und Ricardo Itta, der den Stein präparierte und die Gedenktafel montierte.